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Selbstauskunft für die Bank ausfüllen

Das Formular ist kurz, die Wirkung groß: Aus Ihren Angaben errechnet die Bank, welche Rate Sie tragen können. Wer hier ungenau ansetzt, verschenkt Spielraum — meist zu seinen eigenen Lasten.

Zuletzt aktualisiert: Juli 2026 · Lesezeit etwa 7 Minuten

Die Selbstauskunft ist die strukturierte Aufstellung Ihrer wirtschaftlichen Verhältnisse: Einkommen, Ausgaben, Vermögen, Verbindlichkeiten. Fast jedes Institut hat einen eigenen Vordruck, die Inhalte sind aber weitgehend gleich. Diese Anleitung geht sie in der Reihenfolge durch, in der sie üblicherweise abgefragt werden.

Wichtig vorweg

Alle Angaben werden geprüft — durch Gehaltsnachweise, Kontoauszüge und die SCHUFA. Die Selbstauskunft ist keine Verhandlungsposition, sondern eine Tatsachenaufstellung. Ihr Spielraum liegt nicht im Beschönigen, sondern im korrekten Ansetzen — und da wird meist zu Ihren Lasten gerechnet.

1. Person und Haushalt

Name, Geburtsdatum, Anschrift, Familienstand, Anzahl der Kinder. Unkritisch, aber vollständig ausfüllen. Der Familienstand ist relevant, weil daraus Unterhaltspflichten und gegebenenfalls ein zweites Einkommen folgen.

2. Beschäftigung

Beruf, Arbeitgeber, Beschäftigt seit, Art des Arbeitsverhältnisses.

3. Einkommen

Hier passiert der erste teure Fehler. Gefragt ist das monatliche Nettoeinkommen — anzusetzen ist aber der Jahresdurchschnitt:

RechenwegBetrag
Monatliches Netto × 1237.680 €
Weihnachtsgeld+ 2.900 €
Urlaubsgeld+ 1.900 €
Jahresnetto42.480 €
Ansatz pro Monat (÷ 12)3.540 €

Wer stattdessen nur die 3.140 € des normalen Monats einträgt, verschenkt 400 € monatliche Bemessungsgrundlage — bei gleicher Wahrheit. Das ist kein Trick, sondern die sachlich richtige Größe: Sonderzahlungen sind Teil Ihres Einkommens.

Weitere Einkommensarten, die hineingehören:

4. Ausgaben

Und hier der zweite teure Fehler — der häufigste überhaupt.

Sparraten sind keine Ausgaben

ETF-Sparpläne, Bausparen, Rücklagenbildung: Das ist Vermögensaufbau. Wer 300 € monatlich spart, kann diese 300 € für eine Kreditrate umwidmen — genau darum interessieren sie die Bank als freie Mittel, nicht als Belastung.

Trägt man sie unter „Ausgaben" ein, sinkt der Überschuss um 300 €. Bei üblichen Bewertungsmaßstäben entspricht das grob einem fünfstelligen Betrag weniger Darlehensspielraum — für nichts.

Was tatsächlich hineingehört:

5. Vermögen

Vollständigkeit lohnt sich, weil jede Position Ihre Substanz erhöht:

6. Verbindlichkeiten

Alle laufenden Darlehen mit Restschuld und monatlicher Rate. Zwei Klarstellungen:

SCHUFA: vorher selbst hineinschauen

Sie haben Anspruch auf eine kostenlose Datenkopie nach Art. 15 DSGVO. Das lohnt sich bevor Sie zur Bank gehen — nicht wegen des Scores, sondern wegen möglicher Fehleinträge. Eine falsch gemeldete offene Forderung fällt Ihnen sonst erst im Kreditgespräch auf, und dann ist es zu spät für eine Korrektur.

Den Score selbst nur angeben, wenn er für Sie spricht. Zusätzlich hilfreich ist die Formulierung, ob ausschließlich positive Bonitätsinformationen vorliegen — das sagt oft mehr aus als die Punktzahl.

Die fünf Fehler in Kurzform

  1. Monatsgehalt statt Jahresdurchschnitt ansetzen und Sonderzahlungen verschenken.
  2. Sparraten als Ausgabe eintragen und den eigenen Überschuss kleinrechnen.
  3. Mieteinnahmen warm statt kalt ansetzen — das fällt bei der Prüfung auf.
  4. Kaufnebenkosten übersehen: Grunderwerbsteuer, Notar, Grundbuch, ggf. Makler machen je nach Bundesland 8 bis 12 Prozent aus und werden in der Regel nicht mitfinanziert.
  5. Positionen weglassen, die man für unwichtig hält — vom Fahrzeug bis zum kleinen Depot. Vollständigkeit ist Ihr Vorteil.
Und das Wichtigste

Schicken Sie die Selbstauskunft nicht handschriftlich als Handyfoto. Ein saubere, gesetzte Aufstellung — idealerweise eingebettet in vollständige Unterlagen — verändert, wie Sie wahrgenommen werden. Nicht weil Optik Zahlen ersetzt, sondern weil sie signalisiert, dass Sie Ihre Zahlen im Griff haben.

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Dieser Beitrag erklärt den üblichen Aufbau einer Selbstauskunft. Er stellt keine Finanzierungs-, Anlage-, Steuer- oder Rechtsberatung dar. Formulare und Bewertungsmaßstäbe unterscheiden sich zwischen Instituten; maßgeblich sind die Angaben und Nachweise, die Ihre Bank verlangt.